LTE / 4G - Der Mobilfunkstandard für Deutschland


Was bedeutet LTE?

LTE steht für Long Term Evolution und ist auch als 4G bekannt. Es handelt sich hierbei um die vierte Mobilfunkgeneration, die auf 3G bzw. UMTS folgte. Der Mobilfunkstandard LTE bietet eine Reihe von Erweiterungen zum „Universal Mobile Telecommunications System“ (UMTS), deren Standards in der 3rd Generation Partnership (3GPP) festgelegt sind.

Die weltweit ersten öffentlichen LTE-Netze wurden Mitte Dezember 2009 in Stockholm und Oslo in Betrieb genommen. In Deutschland gibt es seit Mitte 2010 die ersten LTE-Masten – also auch schon über zehn Jahre.

Heute hat sich das LTE-Netz zum absoluten Standard entwickelt und das 3G-Netz sogar so weit abgelöst, dass dieses Mitte 2021 von den Mobilfunknetzbetreibern abgestellt wird. Mittlerweile ist sogar schon der Nachfolger 5G im Ausbau und bereits in vielen Regionen Deutschlands verfügbar. Auch hier ist LTE / 4G wichtig, da 5G derzeit überwiegend noch im Non-Standalone-Betrieb ausgebaut wird. Hier sitzt 5G quasi huckepack auf 4G. Der 5G-Standalone-Ausbau geht erst langsam los und ist zunächst auch nur den Metropolregionen vorbehalten.

LTE-Funkzellen und Sendeanlagen

LTE-Funkzellen und Sendeanlagen

Um das Mobilfunknetz zu nutzen, darf es einer umfassenden technischen Infrastruktur. LTE stellt dabei der erste Mobilfunkstandard dar, der weltweit einheitliche Standards nutzt. Bei 2G und 3G/UMTS gibt es in Amerika, Europa und Asien Unterschiede.

Das LTE-Erfolgsrezept ist hierbei eine vorteilhafte Technologie, die eine hohe Übertragungsfähigkeit und flächendeckendes Netz gewährleistet. Möglich macht das der zellulare Aufbau der Mobilfunknetze. Diese bestehen aus einer Vielzahl von nebeneinanderliegenden und wabenartig aufgebauten vernetzten Funkzellen.

Je dichter das Netz der Mobilfunkzellen ist, hängt in der Regel vom Standort ab. So ist das Funkzellennetz in Ballungszentren kleiner, da mehr mobile Endgeräte auf das LTE-Netz zugreifen. In ländlichen oder eher dünn besiedelten Regionen beträgt der Abstand der Sendeanlagen bis zu 10 Kilometern. Im Vergleich: In einer Großstadt können sogenannte „Small Cells“ nur 10 Meter auseinander liegen.

Welche Vorteile bietet LTE?

Welche Vorteile bietet LTE?

Im Vergleich zum Vorgängerstandard UMTS / 3G bietet LTE deutlich schnellere Datenübertragungsraten. Die maximale Geschwindigkeit von LTE liegt bei einer Bandbreite von 20 MHz bei bis zu 300 MBit/s im Downlink und 75 MBit/s im Uplink. Dazu sind Latenzzeiten unter 20 Millisekunden möglich. Damit ist LTE um ein Vielfaches schneller als sein Vorgänger 3G / UMTS, mit dem nur bis zu 42 Mbit/s erreichbar waren. Heute kommen noch weitere Frequenzbereiche für LTE zum Einsatz, die noch höhere Datenraten ermöglichen.

LTE ermöglicht aber nicht nur schnelle Datenübertragungen für das mobile Internet. Auch Telefonie ist über VoLTE (Voice over LTE) möglich. Damit kann der LTE-Standard seine Vorgänger UMTS und GSM komplett ersetzen. LTE sowie VoLTE erfordern allerdings ein kompatibles Smartphone, was für alle aktuellen sowie die allermeisten Smartphones der letzten Jahre gilt.

Welche Anbieter bieten LTE an?

Die ersten Frequenzen für LTE wurden in Deutschland im Jahr 2010 versteigert. Hier haben alle vier damaligen Netzbetreiber Deutsche Telekom, Vodafone, o2 und E-Plus zugeschlagen und sich Frequenzbereiche für über 4 Milliarden Euro gesichert. Mittlerweile hat sich die Marktsituation geändert und es gibt nur noch drei Netzbetreiber in Deutschland.

Sowohl die Deutsche Telekom als auch Vodafone und O2 / Telefónica Deutschland betreiben heute ein sehr gut ausgebautes LTE-Netz in Deutschland, das nahezu 100 Prozent der Bevölkerung erreicht. An die Auktion und die Vergabe der LTE-Frequenzen waren Versorgungsauflagen gebunden, um eine flächendeckende Versorgung in Deutschland mit LTE sicherzustellen. Diese wurden mittlerweile erfüllt. Einzig in manchen ländlichen Gebieten mangelt es teils noch an LTE-Abdeckung. Die sogenannten „Weißen Flecken“ sind aber über die letzten Jahre und Monate sehr zurückgegangen.


Ist LTE bei allen Tarifen dabei?

Bei neuen Mobilfunkgenerationen ist es häufig so, dass die Mobilfunkanbieter diese zunächst nur gegen Aufpreis ihren Kunden anbieten bzw. diese nur den teuren Tarifen vorbehalten sind. Bei LTE ist diese Phase lange vorbei. Bei allen heute gängigen Tarifen, selbst bei günstigen Prepaid-Angeboten, gehört LTE heute zum absoluten Standard. Nur bei Uralt-Tarifen, die über viele Jahre nicht aktualisiert wurden, kann es eventuell mal vorkommen, dass LTE nicht inbegriffen ist. Häufig ist bei der Telekom, Vodafone und O2 heute auch schon der Nachfolger 5G für noch schnellere mobile Datenübertragungen in den Tarifangeboten inbegriffen und muss nicht zusätzlich bezahlt werden.

Braucht man ein spezielles Handy für LTE?

Braucht man ein spezielles Handy für LTE?

Heute ist LTE bei allen neuen Smartphones absoluter Standard. Viele neue Geräte unterstützen sogar schon den Nachfolger 5G. Auch bei Smartphones, die weniger als 10 Jahre alt sind, ist ein LTE-Modem für die Kommunikation über den vierten Mobilfunkstandard in der überwiegenden Mehrheit bereits an Bord. Somit benötigen die allermeisten Handybesitzer kein neues Smartphone, um von dem heutigen Standard LTE profitieren zu können.